Die Journalistin und Buchautorin Dr. Jenny Kreyssig
Hier lesen Sie Auszüge aus Artikeln der Münchnerin
Dr. Jenny Kreyssik, Journalistin und Buchautorin. Ihre erste große
Reisereportage schrieb sie für die Süddeutsche Zeitung vor mehr
als 20 Jahren während eines Forschungsaufenthalts an der Universität
Cambridge. Die promovierte Historikerin bereist seitdem die Welt und hat
sich mit unzähligen SZ-Geschichten einen Namen gemacht. Frau Dr. Jenny
Kreyssik schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Fachpublikationen und
Online-Medien, wobei ihr Themenspektrum von Asien über Kultur und Wellness
bis Ski reicht.
Anfragen nach Reportagen via: Dr.Jenny.Kreyssig@t-online.de
Genua - „La Superba“, eine verkannte Schönheit
Begeistert schilderten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts ihre Eindrücke: „Ich
hätte nie geglaubt, dass ich einmal mit Liebe an diese Stadt zurück-denken
würde“, schwärmte Charles Dickens. Und Gustave Flaubert stellte
fest: „Jetzt bin ich in einer schönen Stadt, in einer wirklich
schönen Stadt: Genua.“Heutzutage weckt die ligurische Metropole
an der Riviera eher widersprüchliche Reaktionen, denn sie ist als wichtigster
Hafen Italiens auch voller Gegensätze. Seitdem Genua 2004 Kulturhauptstadt
war, hat sich die verkannte Schönheit unter den italienischen Städten
allerdings ganz schön herausgeputzt. Hinter den strengen Fassaden tauchen
...
Weiter: ... vornehme Innenhöfe und prachtvoll ausgeschmückte
Räume
mit reichen Kunstschätzen auf, wie zum Beispiel die Gemäldegalerien
im Palazzo Rosso und Palazzo Bianco. Nach dem Kunstgenuss tut es gut, mit
dem Aufzug auf eines der Aussichtsplateaus hinaufzufahren und von oben über
die Dächer und Türme zu schauen bis zum Hafen und aufs Meer hinaus:
Dann liegt einem La Superba, die Stolze, zu Füßen und man stimmt
Richard Wagner zu, der einmal sagte: „Genua ist unbeschreiblich schön,
prächtig, charakteristisch.
Fresken unter freiem Himmel – Stadt und Provinz Treviso
Leonardo Emo war ein cleverer Mann. Vor mehr als 400 Jahren ließ der
venezianische Patrizier auf seinem Landgut westlich von Treviso ein fremdartiges
Getreide aus Amerika anbauen. Ohne diese ertragreiche Pflanze würden
die Italiener womöglich noch heute ihre Polenta , wie zur Zeit der Etrusker,
aus Hirse oder Weizen kochen. Emo aber war einer der ersten, der Mais anbaute.
Damit begann rund um Venedig die blitzartige Karriere dieses neuen Lebensmittels. „Die
bemalte Stadt“ wird Treviso genannt, weil rund 300 Bauwerke kunstvoll
geschmückt sind. Einem Freskenzyklus unter freiem Himmel gleich finden
sich immer ...
Weiter: ... wieder in Arkadengängen und an Häuserfassaden
bunte Wandbilder in geometrischen Mustern, mit großen Blumen, kleinen
Putten oder historischen Gestalten. Eine witzige Überraschung taucht
in der Via Canova auf: Im Innenhof der Casa da Noal sprudelt ein Busenbrunnen.
Aus den Brüsten
der „Fontana delle Tette“ soll früher jeder neu gewählte
Bürgermeister den Einwohnern Wein angeboten haben. Heute fließt
aus dem Busen allerdings nur noch Wasser.
Zu Gärten, Grotten und Kutten – in die Region Latium
Päpste und Kardinäle wussten schon immer, wo es am schönsten
ist. Nicht im Himmel, sondern auf Erden. Sie ließen sich ihre Residenzen
dort anlegen, wo die Landschaften besonders reizvoll, die Aussicht imposant
und die Luft am besten war. Wenn die Natur es einmal nicht ganz so perfekt
eingerichtet hatte, halfen sie einfach noch etwas nach und fügten ihrem
irdischen Paradies zauberhafte Gärten und weitläufige Parks hinzu.
Als einer der schönsten Gärten Italiens gilt der der Villa Lante
in Bagnaia nordöstlich von Viterbo in Latium. Nur ein paar Kilometer
entfernt liegt Bomarzo, ein ganz andersartiger Garten.
Weiter: Einen „Parco dei Mostri“, einen Park mit Ungeheuern,
ließ der Fürst und Mäzen Vicino Orsini im 16. Jahrhundert
anlegen. Er ähnelt eher einem englischen Landschaftsgarten - mit ursprünglichem
Baumbestand und Fels-Skulpturen. Darin begegnen dem Besucher wilde und böse
Gestalten: Ein Gigant, der einen Menschen zerreißt, ein riesiges Höllenmaul,
ein Fabeltier, das gegen Panther und Löwe kämpft, und Frauen in
Drachen- und Schlangengestalt. Was mögen diese Monster und Fratzen wohl
bedeuten?
Skulpturen, Schweinsragout und Sandstrand in der Maremma
Eine überdimensionale Hand ragt in den Himmel, weit aufgerissene Augen
funkeln im Sonnenlicht und aus einem riesigen, offenen Mund sprudelt Wasser
in einen Drachenbrunnen. Die monumentalen Skulpturen der Bildhauerin Niki
de Saint Phalle entführen in eine knallig bunte, verspielte und wundersame
Welt, die im äußersten Süden der Toskana liegt: in den Figurenpark
Giardino dei tarocchi, den Tarot-Garten. Die französisch-amerikanische
Künstlerin hatte dort fast zwei Dutzend Tarot-Karten zu überlebensgroßen
und zum Teil begehbaren Plastiken mit zahllosen farbigen Mosaiksteinchen und
blinkenden Spiegelteilchen geformt.
Weiter: Tief im Süden der Region wartet der „Parco Naturale della
Maremma“, rund 100 Quadratkilometer groß, mit einer von Menschen
gestalteten Wildnis aus Deichen, Kanälen und Anpflanzungen auf, die sehr
ursprünglich wirkt. Zwischen Pinienhainen, Weideflächen, dem Schilfgürtel
und Dickicht der Macchia sind hier Rinder, Pferde, Reiher, Kraniche, Wildschweine
und Hirsche heimisch. Am Sandstrand lädt das Meer Parkbesucher zu einem
erfrischenden Bad ein. Und hier und da ragt noch ein mittelalterlicher Wehrturm
empor, von dem aus der Blick über das glitzernde Wasser bis zu den vorgelagerten
Inselchen schweift.
Die Kapitolinischen Museen in Rom
Der Antike ins Angesicht schauen. Was für ein Blickfang: Mit großen
Augen sieht Kaiser Konstantin die Besucher an, sein riesiger Kopf aus weißem
Marmor steht in einem Innenhof an die Wand gelehnt, daneben zwei überdimensionale
Füße, Teile der Arme und eine Hand, deren Zeigefinger nach oben
weist. Touristen, die wie Zwerge vor den kolossalen Fragmenten wirken, ziehen
vorbei und fotografieren sich gegenseitig vor dieser imposanten Kulisse. Die
gigantischen Statuenteile Konstantins gehören zu den beeindruckendsten
Exponaten in den Kapitolinischen Museen am Kapitolsplatz in Rom.
Weiter: Schließlich erwartet den Museumsgast die Reiterstatue des Kaisers
Marc Aurel, majestätisch, charismatisch und in einer versöhnlichen
Geste. Glück hatte dieses origniale Standbild nicht erst in jüngerer
Zeit, als es restauriert wurde und nun geschützt in einem überdachten
Innenhof steht – auf dem Kapitolsplatz befindet sich nur eine Kopie.
Schon viel früher verdankte die berühmte Statue ihre Rettung einer
Verwechslung: Die Christen hielten den Reiter nämlich für den ersten
christlichen Kaiser Konstantin, der segnend seine Hand über das Volk
hält. Ein segensreicher Irrtum, der die Statue vor der Zerstörung
bewahrte.
Die Journalistin und Buchautorin Dr. Jenny Kreyssig
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Dr. Jenny Kreyssik, Journalistin und Buchautorin. Ihre erste große
Reisereportage schrieb sie für die Süddeutsche Zeitung vor mehr
als 20 Jahren während eines Forschungsaufenthalts an der Universität
Cambridge. Die promovierte Historikerin bereist seitdem die Welt und hat
sich mit unzähligen SZ-Geschichten einen Namen gemacht. Frau Dr. Jenny
Kreyssik schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Fachpublikationen und
Online-Medien, wobei ihr Themenspektrum von Asien über Kultur und Wellness
bis Ski reicht.
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