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Printmedien der Reisebranche haben es nicht mehr leicht, sich beim Leser zu behaupten. Online-Medien sind der Trend. Allein auf der ITB Berlin 2013 hatten sich 250 Reise-Blogger aus aller Welt akkreditiert und berichteten zeitnah. Seit Anfang des Jahres bedient nun mein Blog den Wissensdurst rund ums Reisen. Persönliche Erfahrungen, Gastronomie- und Hotel-Tipps, News u. Pressemeldungen sowie Inspirationen und Reiseführer, jetzt auch per Suchwort schnell zu finden im: blog.Liebhaberreisen.de
Lesen Sie auch meine Artikel in der Huffington Post Deutschland


Telsche PetersDie freie Journalistin Telsche Peters

Auf dieser Seite lesen Sie Auszüge aus Reportagen der freien Journalistin Telsche Peters, Jahrgang 1969. Sie lebt in der Nähe von Florenz / Toskana und arbeitet unter anderem für die Zeitungen und Zeitschriften "Merum", "Der Feinschmecker", "Brigitte", "Geo Saison", "Wein", "Gourmet", "Die Zeit"und "Die Welt". Ihre Themen-Schwerpunkte sind: Wein, Olivenöl, Genuss, Reisen, Lifestyle, Gesellschaft und Porträts.

Reportagen, Anfragen und weitere Infos via: www.telsche-peters.de


Hotelterassen in Rom - grüne Aussichten

Man muss nicht gleich Millionär sein, um in Rom auf einer Dachterasse zu sitzen und den einzigartigen Ausblick von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zu erleben. Für eine Zeit lang genügt auch eine der grünen Oasen, wie sie einige Hotels vorzuweisen haben. Erholung pur vom römischen Chaos, mit herrlicher Aussicht auf eine der schönsten Städte der Welt. Lucull wusste, was gut ist. Der reiche Römer, oft zitierter Kenner leiblicher Genüsse, besaß dereinst auf dem Pincio-Hügel oberhalb der Piazza del Popolo eine prachtvolle Villa.

Weiter: Sowohl die Villa als auch ihr Garten war oft Schauplatz ausschweifender Feste. Umgeben vom Grün der Bäume und Sträucher wurde ausgiebig gespeist und getrunken. Zwischendurch warfen die Gäste einen Blick, und manchmal auch einen Knochen, vom Pincio hinab auf die ewige Stadt, die sich vor ihnen ausbreitete. Luculls Refigium - eine gelungene Kombination aus Natur, Aussicht und Gastfreundschaft.

Rund 2.000 Jahre später können Besucher Roms den freigiebigen Charakter Luculls in seiner grünen Stadt-Oase nicht mehr in Anspruch nehmen, auch die Villa hat seit langem zu den unzähligen anderen römischen Ruinen gesellt. Und wer nun nicht das nötige Kleingeld hat, in der italienischen Kapitale eine Wohnung mit Dachgarten sein Eigen zu nennen, kann immerhin auf eines der zahlreichen Hotels mit Dachterasse zurückgreifen. Sie bieten inmitten pflanzlicher Vielfalt atemberaubende Rundblicke über die "Citta Eterna".

Wenn morgens die Sonne über Rom aufgeht, gibt es kaum einen schöneren Platz als den im Dachgarten-Restaurant des Hotels "Hassler Villa Medici". Unzählige Dächer und Kuppeln der Ewigen Stadt liegen dem Betrachter zu Füßen, in romantisches rosa Licht getaucht. Die Zwillingstürme der Kirche Trinita dei Monti über der Spanischen Treppe sind zum Greifen nah und man versteht mühelos, dass diese Luxusherberge als eine der ersten Adressen Roms von Promis wie Tom Cruise, Madonna oder Kofi Annan als Aufenthaltsort bevorzugt wird.

Wer nicht auf den Cent schauen muss, mietet sich in eine der Suiten mit Privatterrasse ein. Hasslers Schönste ist die Penthouse Suite mit ihrem 160 Quadratmeter großen Dachgarten, der mit Statuen und allerlei Grün hergerichtet ist. Von hier aus hat man einen wahrhaft himmlischen Ausblick und ein Abendessen in diesem einzigartigen Ambiente bleibt unvergessen. Das weiß auch George Clooney, der diese Suite immer dann bucht, wenn er in der Stadt weilt.


Italien: Verein der Hausmänner - Rollentausch am heimischen Herd

Rund 40.000 Männer in Italien führen den heimischen Haushalt. Sie putzen, kochen und wischen Staub. 4.000 von ihnen haben sich im Hausmänner-Verein zusammen geschlossen, um Bügeln zu lernen und den Master für Haushaltsführung zu absolvieren. Wenn Fiorenzo Bresciani morgens aufwacht, gilt sein erster Gedanke nur einem: Was mittags kochen für die Gattin? Die Frage muss warten, denn zuerst muss er Daniela ihren Kaffee bereiten. Während sie frühstückt, legt Fiorenzo seine Arbeitskleidung an - eine Schürze - dann macht er die Betten.

Weiter: Fiorenzo Bresciani aus dem toskanischen Pietrasanta ist 54 Jahre alt und seit 20 Jahren Hausmann. Mit Passione, mit Leidenschaft. Fiorenzo ist mittelgroß, hat braune Haare und ein sympathisches Lächeln. Fiorenzo könnte auch in einer Bank arbeiten. Doch er kümmert sich lieber um den Haushalt. "Zuvor besaß ich ein kleines Geschäft, das lief mehr oder weniger", sagt er. "Meine Frau ist Ärztin, sie verdient gut und ich habe Spaß an der Hausarbeit." So einigte sich das Ehepaar auf diese Aufgabenteilung, die nach wie vor alles andere als üblich ist zwischen Bozen und Palermo, Rom und Pescara.


Bertolaso und der Fön - das Institut zur Restaurierung von Büchern im Kloster

Monte Oliveto Maggiore. "Eigentlich könnten Sie mich auch Bücherwurm nennen." Verschmitzt lächelnd stellt sich Fra Bertolaso vor. Und eigentlich ist diese Aussage gar nicht so falsch, denn einen Hang zum geschriebenen Wort muss jemand schon haben, der sich sein Leben lang mit Schriften befasst. Der heute 69-jährige Benediktinerpater mit dem prägnanten Glatzkopf ist Chef eines der letzten Institute in Italien, das sich um die Erhaltung von Büchern kümmert.

Weiter: Passenderweise ist es in einem Konvent untergebracht, denn hinter Klostermauern sind bekanntlich in früheren Zeiten viele der Werke entstanden, die heute der Fürsorge Fra Bertolasos und seinen Mitarbeitern bedürfen. Ruhe zum Arbeiten haben die Frati genug. Denn die Abtei Monte Oliveto Maggiore, das Mutterhaus der benediktinischen Olivetaner aus dem 15.Jahrhundert, liegt fernab aller täglichen Hektik inmitten der schönen Crete Sienese. Zwar wandeln in den Sommermonaten zahlreiche Touristen durch den Kreuzgang mit seinen schönen Fresken aus dem Leben des heiligen Benedikt - von Sodoma und Luca Signorelli gemalt. Ihr Lärm reicht aber nicht bis zu den Gemächern, in denen die Brüder sich ihrer wichtigen Aufgabe widmen. Hier retten sie Jahrhunderte alte Bücher, die von Bibliotheken und aus privaten Sammlungen in der ganzen Welt in die Abtei 40 Kilometer südlich von Siena gesandt werden. Die klostereigene Bibliothek selbst umfasst einen Bestand von rund 35 000 Werken.


Antico Setificio Fiorentino in Florenz: Ein seidiger Traum

Die Florentiner Seidenweberei "Antico Setificio Fiorentino" führt die Jahrhunderte alte Stofftradition der Renaissancestadt fort. Seit mehr als 200 Jahren wird hier feinste Seide auf Handwebstühlen her gestellt. Und seit 17 Jahren arbeitet die Manufaktur unter der Leitung der Deutschen Sabine Pretsch. Florenz. Ein messingfarbenes Schildchen neben dem Eingangstor ist der
einzige Hinweis darauf, dass sich hinter diesen unscheinbaren Mauern etwas ungemein Wertvolles befindet.

Weiter: die Antico Setificio Fiorentino. Bereits seit 1786 liegt die in der toskanischen Handwerkstradition fest verwurzelten Seidenweberei am rechten Arnoufer,  im Herzen des florentinischen Viertels San Frediano. Seit 17 Jahren geht die gebürtige Göttingerin Sabine Pretsch hier ein und aus. Sie führt die täglichen Geschäfte, leitet die Mitarbeiter an und berät die anspruchsvolle Kundschaft, die in die Via L. Bartolini Numero Quattro pilgern.


Olivenernte - Harte Arbeit für das flüssige Gold

Man pflückt ein paar Oliven, setzt sich dann an einen reich gedeckten Tisch, um ausgiebig zu speisen und zu trinken. So erträumt sich mancher Olivenernten im sonnigen Süden. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Denn die Arbeit im Olivenhain Ende Oktober, Anfang November ist mühsam und hart. Und oft kalt. Romantik? Fehlanzeige. Doch als Belohnung für die Mühsal der Ernte gibt es hochwertiges Olivenöl. Extra Vergine, versteht sich. Die in der Toskana in der Nähe von Florenz lebende freie Journalistin Telsche Peters war für Sie dabei.

Weiter: Es ist noch früh am Morgen. Nebel wabert über den Olivenhain, in dem schon reges Leben herrscht. Hier werden die Netze unter den Bäumen ausgebreitet, auf die die Oliven fallen sollen. Dort ist die Handvoll Helferinnen und Helfer schon dabei, die noch unreifen Früchte mit Hilfe eines Abstreifers von den silbrig-grünen Zweigen zu entfernen. Alle sind warm eingemummelt gegen die empfindliche Kälte, die sie Anfang November frösteln lässt.


I Romanisti

Wenn Italiener den Begriff "Romanisti" hören, denken sie sofort an Fußball. Denn die Romanisti sind die Fans der Mannschaft AS Rom. Nur wenige Italiener indes verbinden mit dem Namen "Romanisti" eine Gruppe Männer und Frauen, die sich an jedem ersten Mittwoch im Monat im berühmten Caffè Greco in der römischen Einkaufsstraße Via Condotti trifft.

"Die Geschichte der Romanisti begann im Jahre 1922 a tavola, beim Essen", berichtet Umberto Mariotti Bianchi, Anwalt und derzeitiger Präsident der illustren Vereinigung. Damals kam einigen Rom-Begeisterten die Idee zu einer Art Club, der sich mit allem, was die Ewige Stadt an Historischem, Aktuellem und Kuriosem zu bieten hatte, beschäftigen sollte. Traf man sich zuerst privat in der Via Margutta unweit der Spanischen Treppe und später gleich um die Ecke in der Via del Babuino, kommen die Romanisti seit 1965 standesgemäß im Caffe Greco in der Via Condotti zusammen. Rund 110 Mitglieder zählen die Romanisti heute. Darunter sind Anwälte, Ärzte, aber auch Bibliotheksdirektoren und Kunsthistoriker. Wichtig ist, dass die Mitglieder eine spzielle Leidenschaft für die einstige Caput Mundi verspüren sollten - sei es professionell oder auf der Laienebene. Man muss nun kein Römer sein, schon gar nicht ein Romano di Roma, also ein Römer mit mindestens sieben Generationen, um den Romanisti beitreten zu dürfen. Doch so ganz einfach, zu den Sitzungen im Caffe Greco eingeladen zu werden, ist es dann auch wieder nicht. Jedes Jahr werden die Vorschläge für neu aufzunehmende Mitglieder heiß diskutiert. Mit dabei sind unter anderem Wissenschaftler wie Luitpold Frommel, Ex-Chef der Biblioteca Hertziana, Filmmusikkomponist Ennio Morricone oder auch der umstrittene italienische Politiker Giulio Andreotti.


Passendes Ambiente am Largo Argentina

Neben dem Caffe Greco dient als eigentliche Zentrale des Clubs befindet sich aber an einem anderen Ort. Unweitvom Pantheon, am nördlichen Ende der Area Sacra del Largo Agentina, sind die Romanisti zu Gast in den Räumen der Fondazione Besso, der Stiftung Marco Bessos, der früher einmal Präsident der größten italienischen Versicherungsgesellschaft war. Der riesige Palazzo straht sowohl außen als auch innen jene Stärke, Reichtum und Festigkeit aus, die Rom schon so manche Katastrophe der Geschichte überstehen ließen. Ein prachtvolles Treppenhaus mit roten Porphyrsäulen führt in den ersten Stock,wo die Vereinigungin mehreren Räumen und Sälen eine umfangreiche Bibliothek zusammengetragen haben, deren Werke von den antiken Autoren über Dante bis hin zu Goethe und Gregorovius reichen.


Mit Maccheroni gegen die Mafia

Die vor dreieinhalb Jahren gegründete Kooperative „Placido Rizzotto“ produziert in San Giuseppe Jato nahe dem berühmten Mafia-Dorf Corleone auf Sizilien ihre Lebensmittel auf ganz besonderem Boden: auf ehemals von der Mafia kontrolliertem Gebiet. Ein Gesetz von 1996 erlaubt dem italienischen Staat die Konfiszierung des von Mafiosi beherrschten Landes, das nach der Enteignung der Kooperative zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt wurde. Ehemals arbeitslose sizilianische Jugendliche und junge Erwachsene bauen derzeit nach biologischen Richtlinien auf rund 180 Hektar Hartweizen für Nudeln an, kultivieren Melonen, Tomaten, Oliven und keltern Wein. Die Erzeugnisse werden unter der Marke „Libera Terra“ (Freies Land) unter anderem in Coop-Geschäften und Bio-Läden Italiens verkauft. Außerdem sind sie im Internet bestellbar. Mittlerweile gibt es nach dem zunehmenden Erfolg der sizilianischen Kooperative ähnliche Anti-Mafia-Projekte in Apulien, Kampanien, Kalabrien und dem Latium.


Deutsche Künstler in Olevano Romano "Landschaft von überwältigender Schönheit"

"Die Landschaft ist eine der schönsten Gegenden Italiens" schwärmte der Maler Louis Mayer 1825. Sein Kollege Ludwig Richter verstieg sich ein Jahr zuvor gar zu dem Ausdruck, das Gebiet "sei von überwältigender Schönheit". Beide Künstler sprechen von der Landschaft rund um das Dorf Olevano Romano in der italienischen Region Lazio. Wer über die Arbeit deutscher Künstler in Italien der vergangenen Jahrhunderte spricht, kommt an diesem Ort einfach nicht vorbei. Olevano Romano mit seinen heute rund 6400 Einwohnern liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Rom und findet sich malerisch eingebettet in die Monti Prenestini und die Monti Simbruini zwischen Palestrina und Subiaco. Anfang des 19. Jahrhunderts war Olevano nahezu magnetischer Anziehungspunkt für mehr als 200 mehr oder minder bekannte Maler aus Deutschland, aber auch aus Ländern wie England, Frankreich, Österreich, Schweiz, Russland und Schweden. Für sie war der Aufenthalt in Italien unter das goethesche Motto "Et in arcadia ego" (Auch ich bin in Arkadien) gestellt. Und bis heute sind deren zahlreichen Werke, ihre Ölbilder, Stiche, Veduten und Zeichnungen in vielerlei Museen über die ganze Welt verstreut.


Beschwerlicher Weg in die Berge

Fest steht eins: Beschwerlich war der Weg von Rom in die Campagna damals in jedem Fall. In Gruppen und Grüppchen, zu Fuß oder in der Kutsche, machten sich die Maler von der Ewigen Stadt aus auf. Trotz der Anstrengungen begierig darauf, möglichst schnell ins Hinterland zu gelangen, um hier inmitten nahezu unberührter Natur deren Schönheiten auf ihren Leinwänden fest zu halten. Dem Trend zur romantischen Malerei von damals kam die Landschaft sehr entgegen, strahlte sie doch Harmonie zwischen Mensch und Natur aus, die in Bildern beispielsweise mit Hirten oder Dorfbewohnern beim Weinfest ihren Ausdruck fand.

Doch auch religiöse Motive, besonders von den "Nazarenern", einer christlich-katholisch orientierten Malergruppe in Rom, wurden hier verwirklicht. So wurde beispielsweise die Reise der Heiligen Drei Könige ins Morgenland kurzerhand in die römische Campagna versetzt. Der religiöse Ansatz ist aber umso verständlicher, wenn man weiß, dass sich unweit von Olevano in Subiaco die Wiege des benediktinischen Mönchstums befindet. Da bot sich die Landschaft geradezu an, die Könige auf einem Gemälde hier durchziehen zu lassen.


Die Casa Baldi bot den Künstlern Quartier

Der "Run" auf Olevano begann wie gesagt Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Künstler Joseph Anton Koch entdeckte bei einem seiner Ausflüge ins Hinterland Roms Olevano (und traf dort auch seine spätere Ehefrau Cassandra Ranaldi, ein Mädchen aus dem Dorf). Er war einer ersten, die hier malten, und schickte so begeisterte Berichte über Olevano in Richtung Rom, das ihm seine Malerkollegen wie Franz Horny, Ludwig Richter oder auch Carl Philipp Fohr bald folgten. Viele von ihnen fanden in der Casa Baldi Unterschlupf, eine Künstlerherberge auf einem Hügel Olevanos. Heute gehört die Casa der Bundesrepublik Deutschland, genauer gesagt wird sie von dem Kulturinstitut Villa Massimo (Rom) verwaltet, und sie bietet die Möglichkeit zu dreimonatigen Studienaufenthalten für begabte Kunstschaffende aus der Bundesrepublik. Auch die Serpentara, ein berühmter Eichenwald am Rande Olevanos, in dem die Künstler viel gezeichnet und gemalt haben, ist im Besitz der Bundesrepublik. Die Serpentara wurde 1873 von dem wohlhabenden Künstler Edmund Kanoldt gekauft und später dem deutschen Kaiser geschenkt.


Gegen Lösegeld frei gelassen

Aufregendstes Ereignis in der Casa Baldi war sicher 1819 die Entführung des Malers Salathé und des Sohnes Baldi durch Banditen. Der Maler wurde, da er kein Geld hatte, wieder frei gelassen. Für den Baldi-Sohn jedoch zahlte der deutsche Kunsthistoriker und Mäzen Carl-Friedrich von Rumohr das Lösegeld. Und noch heute kann man hier den Reiz spüren, den Olevano einst auf die Maler ausgeübt haben muss - trotz der Neubauten, die den Blick auf das Städtchen bisweilen trüben. Doch besonders, wenn man aus Rom kommend die gewundene Straße nach Olevano in die Höhe fährt, wird verständlich, weshalb hier so viele Kunstwerke entstehen konnten. Kühn trohnt der Turm der Ruinen des Colonna-Schlosses über dem Ort, und der Blick schweift weit über die Berge hinweg bis weit in die Abruzzen hinein.


Telsche PetersDie freie Journalistin Telsche Peters

Auf dieser Seite lesen Sie Auszüge aus Reportagen der freien Journalistin Telsche Peters, Jahrgang 1969. Sie lebt in der Nähe von Florenz / Toskana und arbeitet unter anderem für die Zeitungen und Zeitschriften "Merum", "Der Feinschmecker", "Brigitte", "Geo Saison", "Wein", "Gourmet", "Die Zeit"und "Die Welt". Ihre Themen-Schwerpunkte sind: Wein, Olivenöl, Genuss, Reisen, Lifestyle, Gesellschaft und Porträts.

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